Blutegelbehandlung: Wirkung, Anwendung und die wichtigsten Punkte im Überblick

Die Blutegelbehandlung erlebt seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Renaissance. Was sich zunächst nach Mittelalter anhört, wird heute in vielen Bereichen der Naturheilkunde und Komplementärmedizin gezielt eingesetzt. Besonders bei schmerzhaften Gelenkbeschwerden oder chronischen Entzündungen stößt diese natürliche Therapieform immer wieder auf Interesse.

Was viele nicht wissen: Blutegel geben bei der Behandlung eine komplexe Mischung an Wirkstoffen ab, die weit mehr bewirken als einen simplen Aderlass. Doch nicht für jeden ist die Blutegeltherapie geeignet – und der Ablauf ist viel spezifischer, als oft angenommen wird. Hier erfährst du, wie eine Blutegelbehandlung abläuft, wie sie wirken kann und worauf du achten solltest, wenn du dich damit näher beschäftigst.

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Inhaltsverzeichnis



Blutegelbehandlung verstehen: Historie und aktueller Stand

Die Blutegelbehandlung hat als medizinisches Verfahren eine jahrtausendelange Tradition. Schon im alten Ägypten wurde sie eingesetzt, und spätestens seit dem Mittelalter gehörte sie zu den Standardmethoden in Europa. Heute sind die sogenannten Hirudo medicinalis jedoch keine Relikte der Vergangenheit, sondern fachlich kontrollierte Therapiewerkzeuge, die unter klaren hygienischen Bedingungen verwendet werden (Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde, 2022).

Das eigentliche Ziel ist längst nicht mehr der klassische "Aderlass". Moderne Blutegelbehandlungen nutzen vielmehr die einzigartigen Inhaltsstoffe, die der Egel beim Saugen in die Haut abgibt. Hierzu zählen unter anderem Hirudin, das die Blutgerinnung hemmt, Calin, das die Nachblutung fördert, sowie verschiedene Enzyme und weitere bioaktive Substanzen. Diese Mischung ermöglicht Effekte, die mit anderen Maßnahmen so oft nicht erreicht werden – zum Beispiel eine Entspannung der Gefäßwände und eine spürbare Entzündungshemmung. Was auffällt: Viele Patienten berichten von einer besonders schnellen Schmerzlinderung nach der Anwendung, wobei das individuell sehr unterschiedlich sein kann.

Ein Punkt, der in der Praxis immer wieder auftaucht: Für viele Menschen klingt der Gedanke an lebende Blutegel zunächst abschreckend. Wer sich aber einmal tiefer mit der Wirkweise und Qualitätssicherung beschäftigt, stellt meist fest, dass moderne Anwendungen deutlich differenzierter ablaufen, als man erwartet.

Wann eine Blutegelbehandlung sinnvoll sein kann

In welchen Fällen kommt eine Blutegelbehandlung infrage? Die Erfahrung zeigt: Besonders häufig wird sie ergänzend bei chronischen oder schwer behandelbaren Beschwerden eingesetzt, bei denen schulmedizinische Ansätze an Grenzen stoßen. Beispiele sind schmerzhafte Arthrose (vor allem im Knie), entzündliche Prozesse an Sehnen und Gelenken (z.B. Tennisellenbogen), Venenerkrankungen oder schlecht heilende Wunden (Deutsche Schmerzgesellschaft, 2023).

Was fasziniert: Neben der lokalen Schmerzlinderung berichten Therapeuten immer wieder von positiven Effekten auf die Durchblutung und auf gestörte Geweberegeneration. In der Naturheilkunde gilt die Blutegelbehandlung sogar als eines der wenigen Verfahren, bei denen direkt Enzyme und Proteine ins Gewebe gelangen, ohne den Verdauungstrakt zu passieren. Das eröffnet besondere Einsatzmöglichkeiten, vor allem bei oberflächennahen Beschwerden.

Wichtig ist: Eine Blutegeltherapie wird selten isoliert angewendet. Besonders effektiv hat sich die Kombination mit Bewegungstherapie, moderater Belastungspause und ggf. physikalischer Therapie erwiesen. Es gehört zur therapeutischen Realität, die Therapieziele individuell zu definieren – Abklingen einer akuten Entzündung, Verbesserung der Beweglichkeit oder nachhaltige Schmerzreduktion. Nicht zu unterschätzen: Bei bestimmten Grunderkrankungen (z.B. Blutgerinnungsstörungen, starke Immunschwäche) ist die Behandlung kontraindiziert und darf nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Ablauf, Wirkung und Anwendungstipps bei der Blutegelbehandlung

Wie läuft eine Blutegelbehandlung konkret ab? Die Prozedur ist ein fein abgestimmter Prozess, der Vorbereitung und Sorgfalt erfordert. Meistens wird die Haut vorab gründlich gereinigt und eventuell leicht angeritzt, damit der Egel besser ansaugen kann. Pro Sitzung werden je nach Beschwerdebild zwischen 2 und 6 Egel angesetzt. Was viele nicht wissen: Die Tiere stammen heute aus kontrollierten Zuchten, werden nur einmal verwendet und danach fachgerecht entsorgt, um Infektionen zu vermeiden.

Der eigentliche Saugakt dauert oft 30 bis 90 Minuten. Während dieser Zeit gibt der Blutegel die schon erwähnte Mischung aus Gerinnungshemmern, Gefäßentspannern und schmerzlindernden Substanzen ins Gewebe ab. Die anschließende, meist mehrere Stunden andauernde Nachblutung ist sogar gewollt: Sie fördert eine Art sanfte "Mikrodurchblutung", mit der eingelagerte Abbauprodukte besser abtransportiert werden. Hier ein praktischer Tipp: Die Nachblutung wird mit speziellen, stark saugfähigen Verbänden versorgt. In den Stunden nach der Behandlung empfehlen Therapeuten meist, sich körperlich zu schonen und das behandelte Areal regelmäßig zu kontrollieren.

Was sich bewährt hat: Gut überlegte Nachsorge ist fast so entscheidend wie die Behandlung selbst. Typische Nebenwirkungen wie kleinere Blutergüsse, Schwellungen oder leichte lokale Entzündungszeichen treten gelegentlich auf, sind aber meist harmlos und gehen rasch zurück. Selten kommt es zu allergischen Reaktionen oder stärkeren Nachblutungen – hier hilft eine rasche Rücksprache mit dem Therapeuten. Was viele unterschätzen: Auch nach ein paar Tagen kann sich am Bisspunkt Juckreiz oder eine leicht verhärtete Narbe zeigen. Da lohnt sich Geduld und konsequente Wundpflege mit sauberen Kompressen.

Die Wirkung ist je nach Indikation sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während einige direkt nach der Behandlung eine deutliche Schmerzlinderung spüren, dauert es bei anderen mehr als ein paar Tage, bis ein Effekt bemerkbar ist. Der entscheidende Punkt: Blutegelbehandlung ist kein Allheilmittel, aber ein gezielt eingesetztes Werkzeug, das bei bestimmten Diagnosen den entscheidenden Unterschied machen kann.

Was bleibt: Blutegelbehandlung im Alltag

Die Blutegelbehandlung steht exemplarisch für einen naturheilkundlichen Ansatz, der uraltes Wissen mit moderner Therapie vereint. Was sich zeigt: Wer offen für neue Wege ist und gleichzeitig Wert auf Sicherheit und Fachwissen legt, kann von der Methode profitieren. Es lohnt sich immer, die individuellen Vor- und Nachteile sorgfältig gegen die persönlichen Erwartungen abzuwägen.

Ob bei Arthrose, Sehnenproblemen oder chronischen Entzündungen – die Blutegelbehandlung kann unterstützen, mental wie körperlich neue Wege zu gehen. Wichtig bleibt aber: Ohne genaue Diagnostik und professionelle Begleitung sollte die Behandlung nie erfolgen. Die beste Wirkung zeigt sich, wenn alle therapeutischen Maßnahmen sinnvoll kombiniert werden.

Häufige Fragen zur Blutegelbehandlung

Wie läuft eine Blutegelbehandlung konkret ab?

Vor der Behandlung wird die Haut gereinigt und oft leicht angeritzt, damit der Egel optimal ansaugen kann. Die Egel saugen rund 30 bis 90 Minuten, danach folgt eine mehrere Stunden dauernde Nachblutung, die mit speziellen Verbänden versorgt wird.

Bei welchen Beschwerden kann eine Blutegelbehandlung helfen?

Häufige Einsatzgebiete sind schmerzhafte Arthrose (vor allem Knie, Daumensattelgelenk), Tennisellenbogen, Venenerkrankungen, Rückenschmerzen und schlecht heilende Wunden. Entscheidend ist immer eine genaue Indikationsstellung durch geschultes Fachpersonal.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Schwellungen, leichte Schmerzen, Juckreiz sowie kleinere Blutergüsse. In seltenen Fällen kann es zu Infektionen, allergischen Reaktionen oder ausgeprägteren Nachblutungen kommen.

Wie schnell setzt die Wirkung nach einer Blutegelbehandlung ein?

Einige spüren bereits direkt nach der Behandlung eine Schmerzlinderung, bei anderen dauert es mehrere Tage. Manchmal wird erst mit etwas Verzögerung eine Verbesserung der Beweglichkeit oder des allgemeinen Wohlbefindens bemerkt.

Wie viele Blutegel werden pro Sitzung angesetzt?

In der Regel werden zwischen zwei und sechs Egel verwendet, je nach Beschwerdebild und Größe des zu behandelnden Areals. Die genaue Anzahl legt der Therapeut individuell fest.

Muss die Blutegelbehandlung wiederholt werden?

Je nach Krankheitsbild und Verlauf kann es sinnvoll sein, die Behandlung ein- bis zweimal im Abstand von mehreren Wochen zu wiederholen. Dies wird individuell abgestimmt und hängt vom Therapieerfolg ab.

Was sollte man nach der Behandlung beachten?

Unmittelbar nach der Behandlung empfiehlt sich Schonung, regelmäßige Kontrolle des Verbandes und sorgfältige Wundpflege. In den ersten Tagen solltest du auf intensive sportliche Belastungen verzichten und bei außergewöhnlichen Reaktionen frühzeitig deinen Therapeuten kontaktieren.

Jeder Körper reagiert anders auf eine Blutegelbehandlung. Wer sich unsicher ist oder eine speziell angepasste Begleitung sucht, profitiert meist davon, sich an Fachpersonen zu wenden. Professionelle Beratung schafft Klarheit und erhöht die Sicherheit bei allen Fragen rund um die Therapie.

Tipp: Auf StaySana findest du weitere Informationen und passende Expert:innen, die dich individuell begleiten können.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. Die Inhalte dieses Artikels stellen keine Heilversprechen dar und sind nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung gedacht.

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